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Aus der Broschüre: Anatolij Ljadow erreicht in seinen Klavierwerken, trotz der hörbaren, zuweilen engen Anlehnung an westliche Vorbilder (z.B. Chopin) oder an Komponistenkollegen seines kulturellen Umfelds (Mussorgsky, Skrjabin), durch das Einbinden der russischen Folklore in Melodik und Rhythmik einen klaren Eigenton. Die knappe und durchsichtige Faktur seiner Stücke verrät den Meister der Miniatur, stehen handwerklich auf höchstem Niveau und weisen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts weit in die Zukunft. Die Bedeutung dieses fast unbekannt gebliebenen Komponisten lässt sich nur dann richtig erschätzen, wenn man, anstatt auf seinen Reminiszenzen an romantische Vorbilder zu insistieren, zu erkennen bereit ist, wie interessant und eigenartig, wie russisch er die Petersburger Schule vertritt. In seinen Werken deutet sich bereits die Moderne an, findet ein Brückenschlag statt zur Musik Sergej Prokofieffs oder Igor Strawinskys.
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